Was wollen wir erreichen?
Mit der Festlegung der Projektschwerpunkte (Eckpfeiler), haben wir nicht nur den Anforderungen seitens des Auftraggebers (BMVIT-FFG) - einen hohen Grad an Innovation zu erreichen - genüge getan, sondern auch die Ansprüche der Gemeinde Deutschlandsberg in entsprechendem Ausmaß berücksichtigt.

Dass Ökonomie und Ökologie nicht im Widerspruch zueinander stehen müssen, sondern auch in Einklang zu bringen sind, zeigt die Detaillierung der einzelnen Schritte im Systemablauf.
Das Regionale Energiesystem und seine Systemgrenzen:
- Die Versorgung der Gemeinde Deutschlandsberg mit Energie basiert(e) im Wesentlichen auf herkömmlichen Energieträgern. Nicht zuletzt aufgrund umweltpolitischer bzw. ökonomischer Faktoren (Rohstoffverteuerung, Kyoto-Protokoll, steigender Energieverbrauch, Nichtnutzung vorhandener regionaler Ressourcen) hat sich Deutschlandsberg entschlossen, seine Energieversorgung schrittweise auf erneuerbare Energieträger umzustellen.
- Die Systemgrenzen sind nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel zueinander zu betrachten:
- Die öffentliche Stromversorgung liegt im Netz der STEWEAG -
STEG GmbH., die öffentliche Gasversorgung im Netz der Steirischen Ferngas
und die Fernwärmeversorgung im Netz der GAS und Wärme ENERGIE STEIERMARK.
- Die administrative Grenze der Stadtgemeinde DLBG und die, nach Ressourcen (Rohstoffe) zuordenbare Region, bilden die Grenze der (energiebezogenen, regionalen) Kreislaufwirtschaft, welche Energieabnehmer, Rohstoffproduzenten, Hersteller und Betreiber von Anlagen, Contractoren etc. inkludiert. Für eine bessere Vergleichbarkeit des Modellsystems mit anderen Gemeinden, wurde die Bevölkerungszahl (Energieabnehmer) als quantifizierbares Maß herangezogen.
- Schlussendlich wird sich für die Region ein Mehrwert (Umwegrentabilität) in wirtschafts- (Verbesserung der Arbeitsplatzsituation), technologie- (Sogwirkung auf einschlägige Forschung und Entwicklung), verkehrs- (Minimierung von Transportwegen), budget- (Einsparungen im öffentlichen Budget und im privaten Bereich), sozial- (Stabilisierung der Bevölkerungszahl, Qualifizierung), energie- (Beitrag zu Kyoto-Zielen) und umweltpolitischer (Landschaftshaushalt, Umweltschutz) Hinsicht ergeben.
Die Eckpfeiler des (innovativen) Modellsystems "Multifunktionales Energiezentrum DLBG":
- Strategisches Ziel: Erhalt der Entscheidungskompetenz bei der Wahl der Energieträger, um so entsprechende energiepolitische, wirtschaftliche und beschäftigungswirksame Maßnahmen dauerhaft und eigenverantwortlich setzen zu können.
- Energiepolitische Ziele:
- Nachweis der Übertragbarkeit des Modellsystems Güssing und Initiierung einer nachhaltigen Umsetzung auf Basis der erhobenen und analysierten energietechnischen, ressourcenbezogenen, organisatorischen, marktrelevanten und instrumentellen Regelwerke bzw. Voraussetzungen in der Gemeinde DLBG.
- 100%-ige Deckung des (kommunalen) Energiehaushaltes auf Basis erneuerbarer Energieträger aus der regionalen Ressourcenwirtschaft bis zum Jahr 2015.
- Steigerung der Energieeffizienz (z.B. thermische Sanierung von Gebäuden).
- Implementierung neuer Betreiberformen: Einrichtung partnerschaftlicher Modelle hinsichtlich Finanzierung, Errichtung und Betrieb von, auf erneuerbaren Energieträgern basierenden Anlagen (Einspar- und Anlagencontracting, BOT-Modelle).
- Einrichtung eines kommunalen Energiemanagements: Vertreter der Gemeinde, Fachleute, Akteure des Marktes, Vertreter der Erzeuger- und Abnehmerseite sollen dieser neuen Organisationsform angehören.
- Thermische Sanierung von Gebäuden, Erstellung eines Energiekatasters: Auf der Grundlage der Erhebung des Energiehaushaltes der Gemeinde wird ein Energiekataster erstellt, dessen mediale Verbreitung zu einem Umdenkprozess im Nutzerverhalten (Bevölkerung) führen soll. Wichtige Elemente dabei sind der gebäudebezogene Energieausweis (verpflichtend ab 2007) und eine wirtschaftlich geprägte Prioritätenliste.
- Dezentrale solare Warmwasserbereitung: Zur Erhöhung der Versorgungssicherheit - auch während der Sommermonate (Sommerabschaltung im Fernwärmenetz) - wird ein Energiemix (mit Solaranlagen) angestrebt.
- Marketing: Die Zusammenarbeit der Technologiezentren Deutschlandsberg und Güssing ermöglicht eine gemeinsame, internationale Vermarktung. Durch die Präsenz des Projektes im www, die periodische Durchführung einer öffentlichen Podiumsdiskussion (Energiestammtisch) und die Einrichtung eines Beratungslokals (Energietreff), soll allen Interessierten die Möglichkeit der Information und Diskussion geboten werden.
Die Umsetzung und die Integration in das System:
Das Konzept des Multifunktionalen Energiezentrums baut auf integrative Weise
auf die von der Gemeinde Deutschlandsberg bereits geschaffenen, konkreten
inhaltlichen und organisatorischen Voraussetzungen auf. Das Modellsystem ist
stark umsetzungsorientiert ausgerichtet und wird letztendlich an der Verwirklichung
der einzelnen Bausteine gemessen - der Weg ist das Ziel.
Die Dokumentation und Verbreitung der Ergebnisse des Projekts:
Der Auftraggeber schreibt vor, sowohl die Zwischenergebnisse - in Form von
Zwischenberichten - als auch das Gesamtergebnis - als Endbericht - zu dokumentieren.
Als Projektauftragnehmer ist es uns abseits der Berichtspflicht ein großes
Anliegen, auch die Öffentlichkeit über den aktuellen Projektstand
zu informieren. Neben der Verbreitung im www versuchen wir, der Bevölkerung, über
lokale und regionale Medien einen Zugang zum jeweils aktuellen Stand der Dinge
zu geben, um so Transparenz in allen Phasen des Projekts zu gewährleisten.